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Methoden Biofeedback

Physiologische Stressmessung / Stress-Test

Zu Beginn jeder Biofeedbackbehandlung führen wir einen „Stresstest“ durch, bei dem mehrere  Parameter (Hautleitwert, Temperatur, Puls, Muskelspannung) gleichzeitig abgeleitet werden und die Reaktionen des vegetativen Nervensystems auf Stressreize gemessen und grafisch dargestellt werden. Der Test bietet die Möglichkeit zu sehen, wie der Klient auf Stressoren reagiert . Zusätzlich dient der Stresstest auch zur Bewertung des Ausgangszustandes und kann nach einer Behandlungsreihe zur Erfolgskontrolle wiederholt werden.

Handerwärmungstraining

Die Handtemperatur lässt sich recht einfach mit einem Fingersensor messen und hängt von der Gefäßweite ab. Im entspannten Zustand entspannt sich auch die Muskulatur der Gefäße in den Extremitäten. Daher kommt es bei Entspannung oft zu einem Wärmegefühl in den Händen. Bei einer Stressreaktion zieht sich die Muskulatur der Gefäße zusammen und durch die verminderte Durchblutung kommt es oft zu einem Absinken der Fingertemperatur.

Das Handerwärmungstraining zielt darauf ab, durch Entspannungstechniken, wie langsame Zwerchfellatmung, die Körperreaktionen zu beobachten und einen Temperaturanstieg in den Händen zu erreichen. Ziel ist es, dem Klienten durch das Feedback eine bessere Körperwahrnehmung und die effektivsten Entspannungsübungen (welche die Handtemperatur steigern) zu vermitteln.

Hautleitwerttraining

Der Hautleitwert wird mittels zwei Sensoren an den Fingern gemessen, weil dort i.d.R. eine hohe Dichte an Schweißdrüsen gegeben ist und die Sensoren sich gut an den Fingern anbringen lassen.

Die Schweißdrüsen reagieren sehr schnell auf Stressreize. Je mehr Schweiß produziert wird, desto höher ist die Leitfähigkeit an der Hautoberfläche und dementsprechend steigt der Hautleitwert.

Die Rückmeldung des Hautleitwertes kann effektiv zur Unterstützung von Entspannung bei emotionalem Stress und Ängsten dienen, in dem der Klient lernt, den Hautleitwert zu senken.

EMG-Training

Jede Muskelfaser wird von Nervenfasern innerviert (angeregt). Mit Oberflächenelektroden an den Muskelbäuchen wird die Muskelaktivität abgeleitet. Die Muskelspannung kann in Stresssituationen enorm ansteigen, was langfristig zu muskulären Verspannungen und Schmerzen führen kann.

Über das EMG-Training lernt der Klient, seine Muskelspannung in Ruhe zu reduzieren.

Im Bereich der Schlaganfallrehabilitation kann Biofeedback zur Anregung gelähmter Muskelgruppen eingesetzt werden.

Herzratenvariabilitätstraining (HRV-Training)

Die Herzrate (Anzahl der Herzschläge pro Minute) ist primär ein Indikator für eine physische Aktivierung bzw. eine physische Belastung. Je höher der Sauerstoffverbrauch des Herzens während körperlicher Belastung ist, desto höher steigt die Herzrate an.

Im ruhigen, entspannten Zustand korreliert die Herzrate mit der Atmung. Mit jedem Einatmen nimmt die Herzrate zu, mit jedem Ausatmen nimmt sie ab.

Für die Messung der Herzrate wird ein optischer Sensor an Finger oder Ohrläppchen angelegt und aus der Pulskurve die Herzrate errechnet.

Das HRV-Training wird v.a. im Bereich Stressmanagement eingesetzt, ebenso wie zur Unterstützung bei der Behandlung von Ängsten und Depressionen, chronischen Schmerzen und Bluthochdruck.

 

Methoden Neurofeedback

Frequenzbandtraining

 

Das Rohsignal wird mittels einer oder mehreren Elektroden am Kopf abgeleitet und in einzelne Frequenzbereiche zerlegt, denen verschiedene mentale Zustände zugeordnet werden können.

Folgende Frequenzen bzw. sog. Frequenzbänder sind für das NFB wichtig:

Delta  0,5 - 4 Hz    Ruhe und Schlaf
Theta  4 - 8 Hz    müde, verträumt, unaufmerksam
Alpha  8 - 12 Hz    entspannt, nicht fokussiert, kreativer Zustand
SMR  12 - 15 Hz    entspannt, fokussiert, konzentriert, ausgeglichen
Beta  15 - 23 Hz    konzentriert, höher fokussiert, leicht angespannt
HiBeta  23 - 30 Hz    aufgedreht, überfokussiert, stark konzentriert, hohe Anspannung
Gamma  > 30 Hz    hohe Anspannung, "aha"- Erlebnisse

 

Über die Bewußtmachung der Frequenzveränderungen wird eine Rückmeldung des mentalen Zustandes ermöglicht. Eine erwünschte Veränderung wird mittels einer Rückmeldung (Video, Musik, Animation läuft oder Balken grün ) "belohnt", eine unerwünschte Veränderung mittels einer Rückmeldung (Video, Musik, Animation stoppt oder Balken rot) "bestraft". Durch diese extrem schnelle Rückmeldung der Hirnaktivität und damit des mentalen Zustandes  kommt es zu einem "Lerneffekt". Gleichzeitig geht es um die Wahrnehmung von Körpersignalen, die diese mentalen Zustände repräsentieren.